Hochtief Aktienanalyse

Einleitung

Herzlich willkommen zurück auf unserem Blog finanzenparkett.de! Dieser Beitrag wird dir präsentiert von Simon (Dividendeneule.de) und Jannik von Finanzen.Parkett. Heute wollen wir dir eine weitere spannende Aktie vorstellen, die auf den ersten Blick sehr günstig erscheint für Investoren. Ob diese günstige Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht werden wir in der heutigen Analyse der Hochtief Aktie für dich herausfinden. Das Unternehmen Hochtief ist bekannt für große Infrastrukturprojekte hier in Deutschland und an vielen weiteren Orten auf dieser Welt. Die Hochtief nimmt Infrastrukturprojekte in allen Gößen und den damit verbundenen Herausforderungen entgegen. Das Unternehmen konzentriert sich hierbei vorwiegend auf Projekte in Australien, Europa und Nordamerika.

In den folgenden Abschnitten werden wir dir das Unternehmen kurz vorstellen, auf die Unternehmensgeschichte eingehen, dir das Geschäftsmodell erklären und anschließend uns noch die Finanzkennzahlen von der Hochtief Aktie genauer anschauen. Nun wünschen wir dir viel Spaß mit der Vorstellung und der Analyse der Hochtief Aktie!

Falls du diesen Artikel lieber anhören möchtest, dann höre doch gerne in unseren Podcast Finanzen.Parkett rein. Hier kommst du zur aktuellen Folge über die Hochtief Aktie:

Podcast kommt demnächst...

Natürlich ist die Vorstellung deutlich objektiver als unsere Analyse der Finanzkennzahlen. Daher solltest du dir auf jeden Fall nochmal selber Gedanken machen über ein Investment bevor du Hochtief Aktien in dein Depot kaufst.

Kurze Vorstellung der Hochtief Aktie

Quelle: https://www.hochtief.de/aktuelles-medien/mediathek

WKN: 607000

ISIN: DE0006070006

Sektor: Infrastruktur

Hauptsitz: Essen, Deutschland

Kurs: 74,30€ (Stand März 2021)

Marktkapitalisierung: 5 Mrd.€

Hier geht es zur Investor-Relations Seite von Linde.

Die Hochtief ist ein globaler Infrastrukturkonzern führend in den Kernkompetenzen Bau, Öffentliche Projekte (Public-Private-Partnership) und weiteren Dienstlesitungen für den privaten Bausektor. Des Weiteren ist das Unternehmen auch mit 20% am größten Mautstraßenbetreiber Abertis beteiligt. Die Geschäftstätigkeiten rund um den Bau gliedern sich global in die folgenden drei Tochtergesellschaften: Hochtief Europe, Hochtief Americas, Hochtief Asia-Pacific. Diese Tochtergesellschaften sind wiederum auch Beteiligungsgesellschaften, die sich an lokalen Unternehmen beteiligen. Das Unternehmen verfügt über 145 Jahre lange Erfahrung in der Umsetzung von Infrastrukturprojekten und erwirtschaftet 97% des Umsatzes außerhalb von Deutschland. Weltweit beschäftigt Hochtief über 53.000 Mitarbeiter. Hier ein kurzes Video über Hochtief:

Wie man im Video sehen kann, leistet die Hochtief in vielen öffentlichen Bauprojekten absolut beeindruckende Ergebnisse. Sowohl im Tief- als auch Hochbau liefert die Hochtief anfassbare Ergebnisse, die für viele Jahrzehnte bestand haben.

Eckdaten zur Hochtief Aktie

Im folgenden Abschnitt werden wir dir ein paar spannende Eckdaten zur Hochtief Aktie repräsentieren, damit du dir ein erstes Bild von der Aktie machen kannst. Nun erstmal ein Einblick in die Aktionärsstruktur von Hochtief:

Weitere Aktienkennzahlen

Aktiengattung Inhaberaktien
Anzahl der Aktien 70.646.707
Grundkapital 180.855.570 EUR
Marktkapitalisierung (Dez. 2019) EUR 8,0 Mrd
Tägliches Handelsvolumen (Xetra, Ø, 2019) 113.996 Aktien / EUR 13,2 Mio.
ISIN DE0006070006
Stimmrechte jede Aktie gewährt dem Eigentümer ein Stimmrecht, es gibt keine Stimmrechtsbeschränkungen
   

Quelle: https://www.hochtief.de/investor-relations/hochtief-aktie

Nun noch ein paar Informationen zur Dividendenentwicklung der Hochtief über die letzten 8 Jahre vor Corona. Für 2021 wird eine Dividende von 3,93€ vorgeschlagen aufgrund der Auswirkungen der Corona Pandemie. Diese Senkung soll aber einmalig stattfinden, laut dem Management der Hochtief. Aber in den letzten 8 Geschäftsjahren ist die Dividende der Hochtief Aktie stetig stark gestiegen:

Aktienkurs der Hochtief Aktie

Hochtief Unternehmensgeschichte

Die heutige Hochtief wurde in 1874 von den Brüdern Balthasar und Philipp Helfmann unter dem Namen "Gebrüder Helfmann" gegründet. Zu dieser Zeit erlebte der Gründungsort Frankfurt einen großen Schub bei der Industrialisierung. Dies wirkte sich unmittelbar auf den Bedarf an Wohnungen, Fabriken und Infrastruktur aus. Zunächst bauten die beiden Brüder die Häuser auf eigene Rechnung und verkauften diese anschließend. Der erste große Auftrag der beiden Brüder war die Universität Gießen (1878-1879). Schon bald hatten sich die beiden Brüder einen Namen gemacht und kamen an immer größere Bauprojekte.

Zunächst beschränkten sich die Brüder lediglich auf den Raum Frankfurt/Hessen. Für eine Expansion fehlte den Brüdern Kapital, Deshalb entschied sich Philipp Helfmann kurz nach dem Tod seines Bruders Balthasars in 1896 das Unternehmen unter dem Namen "Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten" an die Börse zu bringen. Bis zum Tod von Philipp Helfmann in 1899 führte alleine er das Unternehmen. In 1899 erhält das Unternehmen auch den ersten Großauftrag aus dem Ausland: Einen Getreidespeicher zu bauen für Genua.

In 1922 wurde das Unternehmen teil des Stinnes Konzerns (Bergbau, Schifffahrt, Maschinenbau) und der Firmensitz wurde nach Essen verlagert. Das Unternehmen behielt dennoch seinen eigenen Namen. In 1923 firmierte das Unternehmen unter dem Namen " HOCHTIEF Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebrüder Helfmann".

Im 2. Weltkrieg übernahm das Unternehmen viele Staatsprojekte und war unteranderem für den Bau der "Reichsautobahn" zuständig. Nach dem 2.Weltkrieg ging es dem Unternehmen sehr schlecht, da alle Baustellen zerbombt waren und einige Maschinen und Materialien gestohlen wurden. Dem Konzern gelang aber ein Wiederaufbau und auch das Geschäft im Ausland konnte ab 1952 wieder aufgenommen werden.

In den folgenden Jahren (1966 - 1989) wurde HOCHTIEF zu einem großen Baukonzern und profitierte von der Kernkraft in 1972 und dem Ölboom. HOCHTIEF war bspw. für den Bau des Flughafens Jeddah in Saudi-Arabien zuständig, was der größte Einzelauftrag von HOCHTIEF zu diesem Zeitpunkt war. Aber auch das höchste Gebaüde in Frankfurt "der Messeturm" wurde von HOCHTIEF gebaut.

Die Hochtief expandierte in den folgenden Jahren immer weiter in Zukunftsmärkte. Entscheidende Meilensteine für HOCHTIEF waren hier die Zukäufe der US-amerikanischen Turner Corporation (100 Prozent seit 2000) sowie die australische Leighton Holdings (später CIMIC, Mehrheitsbeteiligung seit 2001). Die HOCHTIEF stellte sich immer globaler auf und wandelte ihr Geschäftsmodell vom reinen Bau immer weiter in Richtung Dienstleistung (Entwicklung und Bau, Dienstleistungen sowie Konzessionen und Betrieb). Es entstanden weitere Großprojekte:

In 2004 stieg die RWE als Großaktionär bei der HOCHTIEF aus und von dort an entwickelte sich HOCHTIEF immer mehr zu einer strategischen Management-Holding mit einem großen Streubesitz. HOCHTIEF erweiterte das Portfolio in den kommenden Jahren stark. In Nordamerika wurden bspw. Flatiron in 2007, E.E Cruz in 2010 und Clark Builders in 2012 erworben. In 2011 kam dann auch das spanische Unternehmen ACS als neuer Großaktionär ins Boot. Dies führte auch zu einem Wechsel im Vorstand. Anstelle von Dr. Frank Stieler übernahm im November 2012 Marcelino Fernández Verdes das Amt von ihm. Marcelino Fernández leitete ein Transformationsprozess der Hochtief ein hin zu mehr Gewinnstabilität und besserem Risikomanagement im Konzern. Durch die Beteiligung am Autobahnbetreiber Abertis in 2018 konnte Bilanz der Hochtief weiter gestärkt werden.

Die komplette Konzerngeschichte mit allen Details kann auch nochmal unter dem folgenden Link nachgelesen werden: https://www.hochtief.de/ueber-hochtief/geschichte

Geschäftsmodell der Hochtief

Wie bereits aus der Kurzvorstellung und der Konzerngeschichte vorgegangen, ist die Hochtief bekannt für über 145 Jahre Kompetenz im Bereich des Hoch- und Tiefbaus. Die Geschäftsfelder der Hochtief haben sich während der gesamten Konzerngeschichte zu den folgenden Bereichen hinentwickelt:

  • Bau
  • Services und Mining
  • PPP und Konzessionen

Diese drei Kompetenzbereiche werden von der Hochtief über drei Tochtergesellschaften abgedeckt: Hochtief Europe, Hochtief Americas, Hochtief Asia-Pacific. Diese Tochtergesellschaften besitzen diverse Beteiligungen an unterschiedlichen Unternehmen. Hier ein Überblick über alle Beteiligungen der Hochtief:

In den folgenden Abschnitten werden wir genauer auf die einzelnen Geschäftsfelder der Hochtief eingehen inklusive den wichtigsten Beteiligungen:

Bau

Der Bereich Bau umfasst das Finanzieren, die Wartung, das Betreiben und den letztendlichen Bau von Verkehrs- oder Energieinfrastruktur sowie sozialer und urbaner Infrastruktur. Hierbei ist die Hochtief in öffentlichen als auch privaten Bauprojekten breit aufgestellt. Über ihre Tochtergesellschaften verfügt die HochTief über zahlreiche Partner für die Realisierung von komplexen Bauprojekten verschiedener Art. Die Tochtergesellschaften der Hochtief verfügen in diesem Bereich über folgende Beteiligungen:

  • Turner (USA): Dieses Unternehmen ist führend in Hochbauprojekten in den USA und verfügt über Kompetenzen im Bau von Green Buildings, Bildungseinrichtungen, Gesundheitszentren und Sportstätten
  • Flatiron (USA + Kanada): Gehört zu den besten Tiefbau-Unternehmen in den USA mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Umsatzung von Großprojekten
  • CPB Contractors (Australien): In Australien führend in der Umsatzung von Hoch- und Tiefbauprojekten
  • Leighton Asia (Asien): Baugesellschaft für Großprojekte in Asien.
  • Hochtief Europe (Europa): Zählt zu den führenden Gesellschaften für Hoch- und Tiefbau in Deutschland und vielen weiteren Ländern Europas.

Services und Mining

Im Dienstleistungsgeschäft der Hochtief stehen folgende Kerngeschäftsfelder:

  • Bergbaudienstleistungen
  • Baudienstleistungen
  • Wartungsdienstleistungen
  • Konstruktionsdienstleistungen

Im Bereich der Bergbaudienstleistungen verfügt die Hochtief über Beteiligungen an Thiess und Sedgman.

Thiess ist weltweit der größte Bergbaudienstleister mit einer breiten Leistungsportfolio. Dieses Leistungsportfolio umfasst den Tage- und Untertagebau von jeglichen Rohstoffen.

Sedgman gehört in den Bereichen der Planung, Bau und Betrieb von Bergbauanlagen jeglicher Größe zu den Marktführern.

Das Service Geschäft in Australien wird von den Gesellschaften UGL und Ventia übernommen. Beide Unternehmen bieten kundenorientierte Angebote für den gesamten Lebenszyklus von Anlagen in den Sektoren Energie, Wasser, Rohstoffe, Verkehr und Sicherheit sowie im Immobilienbereich. 

In Europa werden Dienstleistungen verschiedener Art von synexs angeboten, einer neugegründeten Gesellschaft in 2016.

PPP und Konzessionen

Der Fokus der Tochtergesellschaft HOCHTIEF PPP Solutions liegt auf Greenfield-PPP-Projektentwicklungen. Unter dem Dach der australischen Tochtergesellschaft CIMIC ist Pacific Partnerships führend für diese Aufgaben zuständig.

Zusammen mit dem spanischen Mehrheitsanteilseigner ACS ist die Hochtief seit 1985 der größte PPP-Projektentwickler nach Anzahl der Konzessionen sowie investiertem Kapital und verfügt damit über ein weltweit einmaliges Erfahrungsprofil. 

Das Engagement im Bereich Konzessionen/PPP-Projekte steht seit dem Erwerb der 20-prozentigen Beteiligung am führenden internationalen Mautstraßenbetreiber Abertis im Jahr 2018 auf einem erheblich breiterem Fundament. Mit Abertis hat die Hochtief den Zugang zu Brownfield-Konzessionen/PPP-Projekten verbessert. 

Finanzkennzahlen

Die Finanzkennzahlen von Hochtief sind eher von gemischter Qualität, überzeugend ist die starke Bilanz, welche Nettoschulden frei ist. Sorgen macht mir aber die geringe Netto-Marge und Eigenkapitalquote. Auf der anderen Seite führt die geringe Eigenkapitalquote natürlich zu einer sehr guten Eigenkapitalrendite von etwa 20 %. Beim Blick auf die Dividende sehen wir eine attraktive Rendite und auch gute Steigerungsraten, wenn man bedenkt, dass die Dividende dieses Jahr von etwa 6 € auf etwa 4 € gekürzt wurde. Wie man für einen Zykliker aber erwarten kann, gibt es keine Stabilität in der Dividende, wie zum Beispiel bei Unilever oder Linde.

Beim Blick auf das letzte Geschäftsjahr sehen wir deutlich, dass Hochtief unter der weltweiten Pandemie gelitten hat. Der Umsatz sank um 11 %, das EBIT sogar um 27,6 % und der Freie Cashflow ging sogar um 30 % zurück. Positiv sehe ich aber, dass trotzdem noch eine Menge Geld verdient wurde. Des Weiteren finde interessant, dass dem Konzern weiterhin etwa 45 Mrd. € an Aufträgen vorliegen.

Quelle: Hochtief Geschäftsbericht 2020

Wenn wir uns die Verteilung der Umsätze weltweit ansehen, dann sehen wir ein starkes Übergewicht in den USA und Australien. Daher wäre es nicht verwunderlich, wenn Hochtief vom Konjunktur-Paket in den USA stark profitieren würde. Auch interessant finde ich, dass man im ersten Moment denken würde Hochtief sei ein langweiliges deutsches bzw. europäisches Unternehmen. Allerdings werden nur etwa 5 % der Umsätze überhaupt in Europa erwirtschaftet.

Quelle: Hochtief Geschäftsbericht 2020

Auch spannend ist hingegen, dass trotz des starken Übergewichtes an US-Umsätzen das Meiste an Ergebnis in Asia-Pacific (Asien, Australien & Co.) erwirtschaftet wird. Die im Vorjahr noch sehr starke Abertis Beteiligung hat extrem unter Covid gelitten, wodurch diese sogar einem Verlust von 17 Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen hat. Nichtsdestotrotz erhielt Hochtief eine stabile Dividende von 172,8 Millionen Euro wie auch bereits 2019.

Quelle: Hochtief Geschäftsbericht 2020

In der Grafik vom Aktienfinder sehen wir nochmal ganz deutlich das Hochtief ein klassischer Zyklikker ist. Im Vergleich zu früher ist der Freecashflow in dieser Krise aber nicht negativ geworden, dies war früher klar anders. Des Weiteren sieht man hier ganz schön, dass die Analysten bereits ab 2021 mit einer deutlichen Erholung der Ergebnisse rechnen.

Bilanzanalyse

Beim Blick in die Bilanz sehen wir, dass Hochtief ganz ok aufgestellt ist, das Nettofinanzvermögen beträgt 618 Millionen Euro. Wie bereits vorher schon erwähnt liegt das Eigenkapital bei nur 963 Millionen bei einer Bilanzsumme von 16,9 Mrd. Euro, daher finde es gut, dass hier auf eine weitere Verschuldung in der Holding verzichtet wird. Darüber hinaus befinden sich etwa 917 Millionen Euro Goodwill in der Bilanz, dies sollte man auch genau beobachten, gerade da das Eigenkapital ja bereits so gering ist, würden weitere Abschreibungen die Kreditwürdigkeit von Hochtief sehr wahrscheinlich deutlich verschlechtern.

Bewertung

Einordnung nach Peter Lynch:

Mit einer sehr unbeständigen Gewinn- und Margenentwicklung ist Hochtief ein klassischer Zyklikker. Diese sollte man laut Peter Lynch im zyklischen Tief kaufen, dieses erkennt man an einem hohen oder negativen KGV oder an einer geringen Gewinnmarge. Verkaufen soll man dann am historischen Margen hoch.

Aktuell würde ich Hochtief weiterhin im zyklischen Tief sehen, wenn auch der Tiefstpunkt wahrscheinlich schon hinter uns liegt. Daher ist die Firma gemäß Peter Lynch aktuell Kaufenswert.

Bewertung der Hochtief Aktie nach IRR-Modell

Das IRR-Modell unterstellt, eine gleich bleibende Bewertung, sowie eine sehr lange halte Dauer (10-20 Jahre+).

Rendite Parameter:

  • Langfristiges, nachhaltiges, organisches Gewinnwachstum: 2-3% p.a.
  • Zyklus bereinigte Freecashflow-Rendite: 10,7%

→ Renditeerwartung insgesamt: 12,7-13,7%

Fazit: Hochtief ist gemäß dem IRR-Modell bei einer Rendite-Erwartung von 12,7-13,7% p.a. aktuell unterbewertet.

Bewertung nach DCF-Modell

Annahmen:

  1. 561 Millionen € Zyklus bereinigten Freecashflow
  2. Wachstumsrate davon langfristig 3% p.a.

Rendite-Tabelle:

Rendite-Erwartung p.a.Fairer-Wert pro Aktie
6%€125.00
7%€115.00
8%€106.00
9%€98.00
10%€90.00
11%€84.00
12%€78.00
13%€72.00
14%€67.00
15%€62.00
16%€58.00
17%€54.00
18%€51.00

Fazit: Beim aktuellen Kurs von 77 € ist die Hochtief Aktie gemäß dem DCF-Modell bei einer Rendite-Erwartung von 10% p.a. deutlich unterbewertet. Sie bietet aktuell sogar eine Sicherheitsmarge von fast 25%.

Fazit zur Hochtief Aktie

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Hochtief Aktie bei genauerer Betrachtung an vielen Stellen überzeugen kann. Auf den ersten Blick erscheint das Geschäftsmodell der Hochtief, dem Hoch- und Tiefbau ziemlich langweilig. Ich (Jannik) wusste aber bis vor kurzem noch nicht, dass die Hochtief den Großteil ihrer Umsätze im Ausland erzielt und dass die Hochtief eher als eine Holding gesehen werden kann auf die globale Baubranche. Durch seine Tochtergesellschaften ist die Hochtief global in den wichtigsten Schlüsselmärkten sehr gut aufgestellt. Auch im Falle eines Rohstoffsuperzyklus partizipiert das Unternehmen durch seine Bergbaudienstleistungen. Im Falle eines solchen Zyklus steigen die Aufträge in diesem Bereich, da die hohe Nachfrage an Rohstoffen durch neue Bergbauunternehmen weltweit bedient werden muss. Aber nicht nur der Bergbaubereich ist an der Hochtief spannend.

Eine weitere interessante Beteiligung ist Abertis, einem großen Mautstraßenbetreiber, welcher nach der Covid 19 Pandemie wieder deutlich mehr Geld einnehmen dürfte. In meinen Augen ist das Geschäftsmodell von Hochtief absolut gut ausgerichtet für die Zukunft und das Unternehmen dürfte durch einige Sondereffekte (wie dem US-Konjunkturpaket) noch mehr profitieren.

Aus finanzieller Sicht überzeugt die quasi schuldenfrei Bilanz und das starke Dividendenwachstum von 29% p.a. der letzten 8 Geschäftsjahre vor Corona. Vermutlich wird das Geschäftsjahr 2021 wieder deutlich besser werden für die Hochtief und die Dividende kann wieder auf das alte Niveau erhöht werden oder sogar darüber hinaus. Es ist ganz klar zu erkennen, dass Hochtief in 2020 unter der Covid 19 Pandemie stark gelitten hat. Dennoch sind die Auftragsbücher der Hochtief nicht gähnend leer sondern gut gefüllt mit neuen Aufträgen. Das bedeutet, dass das Geschäft in den nächsten Jahren sich hoffentlich wieder schnell von Corona erholen wird. Analysten rechnen ebenfalls mit einer deutlichen Erholung der Geschäfte in 2021. Der Aktienkurs der Hochtief hat sich noch nicht so wirklich von Corona erholt im Gegensatz zu anderen Unternehmen. Wir sehen hier auf jeden Fall eine Möglichkeit der Trendumkehr für Hochtief, welche für hohe Kursgewinne sorgen könnte.

Bei einer langfristigen Anlage trauen wir der Aktie eine jährliche Rendite von mehr als 12% zu. Auch die Dividenden dürften in den nächsten Jahren weiter steigen und für eine zusätzliche Rendite sorgen. Daher stufen wir die Hochtief als KAUF ein.

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